Motoröl & Kühlmittel

Die richtige Spezifikation für moderne und klassische Motoren

Deshalb achten wir bei Motoröl und Kühlmittel nicht nur auf die Viskosität oder Farbe, sondern vor allem auf die richtige Herstellerspezifikation und Freigabe.

Gerade bei den aktuellen Fahrzeugen von Alfa Romeo, Fiat, Jeep, Peugeot und Citroën kommen neue Stellantis-Spezifikationen zum Einsatz. Für uns gehören deshalb unter anderem die Motoröle nach FPW9.55535/01, /02, /03 und /09 zum täglichen Werkstattgeschäft.

Unser Grundsatz: Nicht irgendein Öl oder Kühlmittel verwenden – sondern den Betriebsstoff, für den das Fahrzeug technisch ausgelegt ist.

Motoröl muss heute deutlich mehr können als nur schmieren.

Das Öl reduziert Reibung und Verschleiß, transportiert Wärme, hält Verunreinigungen in Schwebe und schützt Bauteile vor Ablagerungen und Korrosion.

Gleichzeitig muss es mit modernen Turboladern, Abgasnachbehandlungssystemen und den konstruktiven Anforderungen des jeweiligen Motors zusammenpassen.

Deshalb geben Fahrzeughersteller für ihre Motoren bestimmte Ölspezifikationen vor.

Wird lediglich nach Viskosität ausgewählt, kann ein Öl auf den ersten Blick passend erscheinen und trotzdem nicht die vom Motor geforderte Freigabe besitzen.

Gerade bei modernen Motoren kann die richtige Ölqualität Einfluss auf Verschleißschutz, Motorlauf, Abgasnachbehandlung und die langfristige Zuverlässigkeit haben.

Die Zahlen beschreiben die Viskosität des Motoröls – also vereinfacht gesagt sein Fließverhalten bei unterschiedlichen Temperaturen.

Motoröl einfach erklärt:

0W-20 Sehr gute Fließfähigkeit bei niedrigen Temperaturen – SAE 20 bei Betriebstemperatur
0W-30 Sehr gute Kaltstarteigenschaften – SAE 30 bei Betriebstemperatur
5W-30 Etwas andere Kaltviskosität – ebenfalls SAE 30 bei Betriebstemperatur
5W-40 SAE 40 bei Betriebstemperatur
10W-60 Deutlich höhere Heißviskosität – für Motoren und Einsätze, bei denen diese Viskosität vorgesehen ist

Die erste Zahl mit dem W beschreibt das Verhalten bei niedrigen Temperaturen. Die zweite Zahl beschreibt die Viskositätsklasse bei hoher Betriebstemperatur.

Wichtig: Ein 10W-60 ist nicht automatisch „besser“ als ein 0W-20.

Ein moderner Motor kann konstruktiv auf ein sehr niedrigviskoses Öl ausgelegt sein. Ein anderes Öl nur deshalb einzufüllen, weil es „dicker“ erscheint, ist keine sinnvolle Qualitätssteigerung.

Modernes Motoröl besteht nicht einfach nur aus Grundöl.

Ein wichtiger Bestandteil sind speziell abgestimmte Zusatzstoffe – sogenannte Additive.

Sie übernehmen je nach Öl unterschiedliche Aufgaben:

  • Verschleißschutz
  • Korrosionsschutz
  • Reinigungswirkung im Motor
  • Vermeidung beziehungsweise Reduzierung von Ablagerungen
  • Bindung und Verteilung von Verunreinigungen
  • Unterstützung der Oxidations- und Alterungsbeständigkeit
  • Reduzierung unerwünschter Schaumbildung
  • Beeinflussung der Viskosität über einen großen Temperaturbereich

Ein Motoröl wird durch mehrere Faktoren bestimmt

Viskosität   +   Grundöl   +   Additivpaket   +   Herstellerfreigabe

Motoröl passend zum Motor

Genau deshalb können zwei Öle mit der Aufschrift 5W-30 technisch unterschiedlich aufgebaut sein und verschiedene Herstellerfreigaben besitzen.

Die Viskosität auf der Vorderseite des Kanisters erzählt also nur einen Teil der Geschichte.

„5W-30“ allein sagt nicht, ob das Öl in Ihren Motor gehört.

Neben der SAE-Viskosität existieren internationale Klassifikationen wie ACEA und API sowie die konkreten Freigaben der Fahrzeughersteller.

Diese Freigaben berücksichtigen Anforderungen, die sich aus der jeweiligen Motorengeneration und deren Technik ergeben.

Beispiel: Was steht eigentlich auf dem Öl?

5W-30 = Viskosität
ACEA C3 = technische Leistungsklasse
STELLANTIS FPW9.55535/03 = konkrete Herstellerfreigabe

Erst das Zusammenspiel dieser Angaben zeigt, für welche Anwendung ein Öl tatsächlich vorgesehen ist.

Deshalb verwenden wir bei der Wartung die für das jeweilige Fahrzeug vorgesehene Spezifikation und orientieren uns am aktuellen Wartungsplan beziehungsweise an den Herstellervorgaben.

Neue Motorengenerationen – neue Ölspezifikationen.

Bei aktuellen Fahrzeugen des Stellantis-Konzerns kommen zunehmend die neuen FPW-Spezifikationen zum Einsatz.

TotalEnergies und Stellantis bieten hierfür entsprechend freigegebene Motoröle an.

Stellantis-Freigabe Viskosität Beispiel TotalEnergies
FPW9.55535/01 0W-20 Quartz Mopar FPW/01
FPW9.55535/02 0W-30 Quartz Mopar FPW/02
FPW9.55535/03 5W-30 Quartz Mopar / EV3R Mopar FPW/03
FPW9.55535/09 5W-40 Quartz Mopar FPW/09

Diese Beispiele zeigen sehr deutlich, warum wir heute nicht mehr einfach nach „5W-30 oder 5W-40“ fragen können.

Die jeweilige Stellantis-Freigabe entscheidet darüber, welches Öl für die konkrete Anwendung vorgesehen ist.

Insbesondere moderne Abgasnachbehandlungssysteme wie Diesel- und Ottopartikelfilter stellen zusätzliche Anforderungen an die Ölformulierung. Entsprechende Low-SAPS-Öle sind darauf ausgelegt, diese Systeme zu berücksichtigen.

Nicht jeder Motor braucht ein möglichst dünnflüssiges Öl.

Für bestimmte leistungsorientierte, ältere oder konstruktiv entsprechend ausgelegte Motoren kann ein Motoröl der Viskositätsklasse 10W-60 sinnvoll beziehungsweise vorgesehen sein.

TotalEnergies bietet mit Quartz Racing beziehungsweise Quartz Ineo Racing 10W-60 entsprechende Hochleistungsöle für Anwendungen mit hohen Anforderungen an Verschleißschutz und thermische Stabilität.

Gerade bei leistungsstarken Klassikern und Youngtimern betrachten wir jedoch immer:

  • Herstellervorgabe
  • Motorbauart
  • Zustand und Laufleistung
  • Einsatzprofil
  • vorhandene Modifikationen

Auch hier gilt: 10W-60 ist keine pauschale Verbesserung – es muss technisch zum jeweiligen Motor passen.

Die Aufgabe des Kühlmittels endet nicht beim Frostschutz.

Das Kühlmittel transportiert Wärme aus dem Motor und schützt gleichzeitig die verschiedenen Materialien des Kühlsystems.

Moderne Kühlsysteme enthalten Aluminium, Stahl, Kunststoffe, Dichtungen, Pumpen und unterschiedliche Wärmetauscher. Die verwendete Kühlmitteltechnologie muss mit diesen Materialien abgestimmt sein.

Ein gutes Kühlmittel übernimmt mehrere Aufgaben gleichzeitig

WÄRMEABFUHR
Motor zuverlässig kühlen
FROSTSCHUTZ
Schutz bei niedrigen Temperaturen
KORROSIONSSCHUTZ
Materialien im Kühlsystem schützen

Auch beim Kühlmittel existieren unterschiedliche Technologien und Herstellerspezifikationen.

Die Farbe eines Kühlmittels ist kein verlässliches Kriterium dafür, ob zwei Produkte miteinander kompatibel sind.

Deshalb orientieren wir uns auch hier an der für das Fahrzeug vorgesehenen Spezifikation.

Kühlmittelservice bedeutet für uns mehr als Ablassen und Nachfüllen.

Für den professionellen Kühlmittelwechsel setzen wir ein spezielles Kühlmittel-Servicegerät ein.

Damit kann verbrauchtes Kühlmittel kontrolliert aus dem System entfernt und der Kühlkreislauf anschließend für die Befüllung mit dem zum Fahrzeug passenden neuen Kühlmittel vorbereitet werden.

Je nach Fahrzeug und Arbeitsumfang ermöglicht uns der professionelle Service:

  • kontrolliertes Entfernen des vorhandenen Kühlmittels
  • sauberes Arbeiten mit altem und neuem Kühlmittel
  • Vorbereitung des Kühlsystems auf die Neubefüllung
  • Unterstützung bei einer möglichst luftarmen Befüllung
  • Kontrolle des Systems im Rahmen des Service
  • Befüllung mit der passenden Kühlmittelspezifikation

Eingeschlossene Luft im Kühlsystem kann die Zirkulation und Wärmeabfuhr beeinträchtigen. Gerade bei modernen Kühlsystemen ist deshalb eine fachgerechte Befüllung wichtig.

Unser Ziel ist nicht einfach neues Kühlmittel im Ausgleichsbehälter – sondern ein korrekt befülltes und funktionierendes Kühlsystem.


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